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Blogger Tipps: Bilderklau auf eurem Blog – was ihr dagegen tun könnt

Den heutigen Blogpost schreibe ich aus aktuellem Anlass, denn ich bin vor ein paar Monaten selbst Opfer eines massiven Bilderdiebstahls geworden! Ein Websitebetreiber hat komplette Blogposts von mir mit 300 Bildern kopiert und auf eine andere Seite gesetzt. Mir ist sowas schon öfter passiert, aber diesmal habe ich mich aufgrund des großen Umfangs des Bilderklaus gewehrt – und Recht bekommen! Für diesen Beitrag habe ich mich mit meinem Anwalt Johannes Rost, LL.M. in Frankfurt getroffen, dessen Tätigkeitsschwerpunkt Urheber- und Medienrecht ist. Zusammen haben wir ein paar Tipps aufgeschrieben, wie man bei Bilderdiebstahl vom eigenen Blog vorgehen kann. Und weil Johannes zufällig ein richtig schönes Büro hat, habe ich auch gleich noch ein paar Fotos gemacht 😉 .

 

Blogger Tipps zum Thema Bilderklau im Internet : ein Gespräch mit Anwalt Johannes Rost über Bilderdiebstahl auf Blogs

Vorbeugende Maßnahmen – wie kann ich mich schützen?

Ein wichtiger Punkt, der auch später beim Thema Beweislage wieder auftaucht, ist das Umbennenen von Bildern! Ladet Bilder nie in Originalgröße hoch und benutzt eigene Bildnamen (da freut sich auch google 😉 ). Mit Bildern in Originalgröße gebt ihr nicht nur Bilder in druckfähiger Qualität heraus, sondern macht es unter Umständen schwer zu beweisen, dass die Bilder tatsächlich von euch stammen. Einige Blogger benutzen Wasserzeichen, um ihre Bilder vor Diebstahl zu schützen. Das ist wohl Geschmackssache, mir persönlich gefällt ein Schriftzug über den Bildern nicht so gut. Ein Wasserzeichen macht auch tatsächlich nur Sinn, wenn es derart prominent auf dem Bild platziert ist, dass man es nicht herausschneiden kann. Euer Blogname in der rechten unteren Ecke nützt da leider wenig.

Wie kann ich herausfinden, ob Bilder meines Blogs woanders verwendet werden?

Über die google Bildersuche habt ihr die Möglichkeit, mit einem Bild nach ähnlichen Bildern zu suchen. Im besten Fall taucht da ganz oben euer Blog auf, dann facebook, pinterest usw. und andere Blogs, die euch verlinken. Wenn ihr euer Bild seht und die Adresse daneben euch gar nichts sagt, schaut euch die Seite genauer an!

In meinem Fall haben mich Jutta und Maike von kreativfieber aufmerksam gemacht, dass sie meine Bilder auf einer anderen Seite entdeckt haben. Dankeschön nochmal für den Hinweis, ich finde es toll, dass wir Blogger uns untereinander gerne helfen!

Übrigens habe ich von Johannes gelernt, dass ein Link generell erlaubt ist, die Benutzung von Bildern (auch wenn auf mich verlinkt wird) aber grundsätzlich einer Zustimmung bedarf! Zwar freut sich jeder Blogger, wenn ein anderer Blog mit einem Artikel wie „die 10 besten Herbstprojekte“ ein Foto eures Projektes zeigt und dann auf euch verlinkt. Rechtlich gesehen ist das aber nicht erlaubt, deshalb solltet auch ihr immer andere Blogger fragen, wenn ihr Bilder benutzen möchtet.

Bei dem Bilderklau auf meinem Blog hat der Websitebtreiber sogar noch unter die Bilder geschrieben: „gefunden bei leelahloves.de“. Damit wollte er sich vielleicht absichern, hat aber letztendlich nur die Quelle genannt, bei der er sich bedient hat.

Blogger Tipps zum Thema Bilderklau im Internet : ein Gespräch mit Anwalt Johannes Rost über Bilderdiebstahl auf Blogs

Was sind die ersten Schritte, wenn ich meine Bilder auf einer anderen Seite entdecke?

Zunächst einmal müsst ihr die Daten sichern, damit ihr später Beweise für den Verstoß habt. Also am besten Screenshots von allen Seiten machen, auf denen Bilder von euch zu sehen sind. In meinem Fall waren das 300 Screenshots! Hierzu hat mir Johannes einen wichtigen Hinweis gegeben: da der Kläger nie Zeuge sein kann, solltet ihr die Datensicherung unbedingt in Gegenwart eines Zeugen machen (Ehepartner, Freundin…) oder gleich von einer dritten Person durchführen lassen! Auf den Screenshots muss außerdem das Datum erkennbar sein.

Da es später wichtig werden kann, wie lange die Bilder unerlaubterweise genutzt wurden, solltet ihr auch das Datum des uploads per Screenshot festhalten. Bei einigen Blogsystemen kann man das Datum des uploads herauslesen (WordPress z.B.).

Dazu geht ihr auf das Bild –> rechte Maustaste –> „Element untersuchen“ –> es erscheint ein html-Wirrwarr, das mir persönlich auch nichts sagt, aber ihr seht dann den Bildnamen und das Datum des uploads –> per Screenshot sichern!

Als nächsten Schritt müsst ihr herausfinden, auf wen die Internetseite angemeldet ist! Solche Seiten haben fast nie ein Impressum, sonst wäre es ja viel zu einfach, den Betreiber herauszufinden! Ihr könnte aber eine Domainabfrage z.B. über denic für .de Domains machen, dort gebt ihr die URL der Seite ein und seht dann den Domaininhaber.

Von den rechtlichen Schritten her ist es am einfachsten, wenn der Betreiber in Deutschland sitzt, aber auch in Europa hat man noch Chancen (in meinem Fall saß der Betreiber in der Schweiz) sowie in den USA (von Fall zu Fall). Schwierig wird es z.B. in asiatischen Ländern, da war es mir nicht einmal möglich, einen Betreiber ausfindig zu machen.

Blogger Tipps zum Thema Bilderklau im Internet : ein Gespräch mit Anwalt Johannes Rost über Bilderdiebstahl auf Blogs

Wann lohnt es sich, einen Anwalt aufzusuchen?

Grundsätzlich muss natürlich jeder selbst entscheiden, wie massiv er sich durch den Bilderklau gestört fühlt. Man kann schon wegen eines einzigen Bildes rechtliche Schritte einleiten. Das mag vielleicht etwas unverhältnismäßig erscheinen, wenn aber z.B. meine Kinder darauf zu sehen wären, die in einer Werbung für was-weiß-ich auftauchen, wäre ich da schon sehr empfindlich. Ich habe auch mehrere Male über Verstöße hinweg gesehen und Kommentare auf den entsprechenden Seiten hinterlassen, aber bei der Masse an Bildern fand ich es dann nicht mehr lustig. Bei mir kommt außerdem hinzu, dass ich meine Bilder ja auch an Zeitschriften verkaufe und meinen Blog gewerblich betreibe.

Wie kann ich beweisen, dass die Fotos tatsächlich von mir stammen?

Es klingt natürlich erstmal komisch, dass ihr beweisen müsst, dass die Fotos von euch stammen, aber manchmal ist das gar nicht so leicht. Wenn ihr wie ganz oben angesprochen Bilder in Originalgröße, vielleicht sogar unbearbeitet ohne geänderten Namen (also als 1234.jpg) hochladet, könnte ja jeder behaupten, dass ihr nicht der Urheber seid! Diese Punkte helfen euch zu beweisen, dass die Bilder von euch stammen:

  • Auf dem Foto ist privates wie eure Wohnung zu sehen (ein hübsch hergerichtetes Set mit Weihnachtsplätzchen vor schwarzer Wand hingegen könnte überall sein)
  • Ihr seid im Besitz der RAW Datei zu dem JPEG oder habt es in höherer Auflösung, als ihr es auf dem Blog gezeigt habt
  • Das geklaute Bild auf dem Blog wurde von euch bearbeitet und beschnitten, ihr habt dazu noch das ursprüngliche Bild
  • Ihr habt auf eurem Blog nur ein Foto aus einer Serie von zehn Bildern gezeigt und könnt die anderen auch noch vorlegen

Wie geht ihr zusammen mit eurem Anwalt vor?

Als erstes möchte ich euch hier mal „die Angst vor dem Anwalt“ nehmen 😉 . Ich habe auch nie etwas unternommen weil ich befürchtet habe, dass ich eine einzige Mail schreibe und dafür gleich eine fette Rechnung bekomme! Nehmt ruhig Kontakt zu einem Anwalt mit dem Schwerpunkt Medienrecht auf und schildert euer Anliegen, dann bekommt ihr zunächst eine grobe Kosteneinschätzung. Solltet ihr dann einen Termin für ein erstes Beratungsgespräch vereinbaren, kostet die Besprechung für Privatpersonen 226 Euro (die Tarife sind gesetzlich geregelt). Hier bekommt ihr auch eine ehrliche Einschätzung, ob euer Anliegen Erfolg versprechend ist. Ihr braucht also keine Bedenken zu haben, dass ihr in ein jahrelanges Verfahren hineingezogen werdet. Sorry, dass ich das von einem derart naiven Standpunkt aus schreibe, aber ich hatte vorher tatsächlich noch nie einen Rechtsstreit und nur gängige Klischees im Kopf!

Da euer Anliegen in erster Linie sein wird, die unerlaubte Bildnutzung zu unterbinden, wird zunächst eine Abmahnung formuliert. Eine Abmahnung wird vom Anwalt verfasst und ist eine Aufforderung zur Unterlassung. Eure Bilder und Inhalte müssen von der Seite genommen werden und dürfen auch in Zukunft nicht mehr verwendet werden. Im Falle einer Abmahnung habt ihr das Recht, dass der Abgemahnte eure Anwaltskosten übernimmt. Oft ist die Sache mit einer Abmahnung schon erledigt, in meinem Fall ging damit auch eine außergerichtliche Einigung einher.

Blogger Tipps zum Thema Bilderklau im Internet : ein Gespräch mit Anwalt Johannes Rost über Bilderdiebstahl auf Blogs

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar nützliche Tipps mit auf den Weg geben! Vielen Dank an Johannes Rost von der Kanzlei neue Kräme in Frankfurt für das informative Gespräch! Solltet ihr noch Fragen haben, schreibt mir gerne! Wenn ihr aber eine qualifizierte Antwort wollt, wendet euch gleich an Johannes 🙂 .

Liebe Grüße! Katharina

3 Kommentare

  1. Hallo Katharina, danke für den informativen Artikel! Ja, die Bilder auf dem Blog sind geschützt, wenn sie jemand unerlaubt weiterverwendet, hat man das Recht auf seiner Seite. Ich frage mich aber, wie die Lage ist, wenn man die Bilder zum Beispiel bei Pinterest oder Facebook geteilt hat. Sind sie dann immer noch geschützt? Das würde mich echt interessieren.
    LG Amely

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