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DIY – Blattabdruck töpfern

Wenn ihr meinen letzten Post gesehen habt, sind euch bestimmt die super großen Blätter unserer Zucchinipflanze aufgefallen! Damit habe ich einen riesigen Blattabdruck getöpfert und gebrannt. Die Blattschale ist nicht nur eine super schöne Deko, sondern auch perfekt für Sushi, Sommerrollen und Fingerfood :)!

Anleitung zum Töpfern und Glasieren eines handgetöpferten Blattabdrucks aus Ton mit Zucchiniblättern aus dem Garten

Auf dem Foto kann man die Größe der Servierplatte gar nicht so gut erkennen! Ich habe sie gerade so auf eine Ofenplatte gebracht und musste sie ganz oben brennen, weil keine Platz mehr für Brennstützen war. Im Hochbrand ist sie dann zwar noch ein gutes Stück eingegangen, aber trotzdem passt sie nicht in meinen kleinen Geschirrschrank :P.

So töpfert ihr einen (großen) Blattabdruck

Das Prinzip beim Blattabdruck töpfern ist total einfach: Ein Blatt mit schöner Maserung wird in Ton gepressst und anschließend so glasiert, dass die Blattadern schön rauskommen. Bei einem so großen Blatt wie das von der Zucchini ist es eher eine Herausforderung, dass der Ton nicht reißt beim Trocknen.

Anleitung zum Töpfern und Glasieren eines handgetöpferten Blattabdrucks aus Ton mit Zucchiniblättern aus dem Garten

So wird´s gemacht:

Ich habe den Ton auf der meiner größten Holzplatte (45 x 65 cm) ca. 1 cm dick über Holzleisten ausgerollt und etwa 30 Minuten antrocknen lassen, sodass er nicht mehr ganz so weich war.

Anschließend bin ich die Blattadern mit dem Finger sehr gründlich nachgefahren. So haben sich auch die ganz feinen Adern abgezeichnet.

Dann habe ich den Ton entlang der Blattform zugeschnitten. Da das Blatt nicht ganz auf die Tonplatte gepasst hat, musste ich etwas improvisieren und den Ton an dieser stelle frei zuschneiden, was man aber gar nicht sieht.

Um die Blattschale an den Rändern in Form zu bringen habe ich Küchenhandtücher untergelegt. Damit nicht sie nicht zu schnell die Feuchtigkeit des Tons aufsaugen, habe ich sie gleich entfernt, als der Ton seine Form behalten hat. alternativ könnt ihr auch Frischhaltefolie verwenden.

Nach etwa einer Stunde habe ich das Blatt abgezogen und die Ränder der Schale mit einem Schwamm versäubert.

So reißen auch große Blattabdrücke nicht beim Trocknen und Brennen

Als ich den frisch getöpferten Blattabdruck bei Instagram gezeigt habe, bekam ich einige Nachrichten, dass die Blattabdrücke immer reißen würden. Hier ein paar Tipps zum Blattabdruck töpfern, damit alles heil bleibt:

  • Biegt den Ton an den Rändern, wenn er noch gut biegsam ist (noch vor dem lederharten Zustand). Nehmt danach keine Korrekturen an der Form mehr vor (es können kleine Risse entstehen, die beim Trocknen größer werden)
  • Schaut euch Schwachstellen wie die Ecken in der Blattform genau an und verstärkt diese am besten gleich mit feuchtem Ton und Schlicker.
  • Hebt euren Blattabdruck schon auf eine Ofenplatte, bevor der Ton trocken ist (am besten schiebt ihr ihn zu weit von der Unterlge rüber) und lasst ihn dort trocknen. Das hat auch den Vorteil, dass die Ofenplatte nicht so viel Feuchtigkeit aufsaugt wie z.B. eine Holzplatte, wodurch sich der Blattabdruck nicht so verzieht.
  • Lasst die Stücke gaaaanz langsam trocknen! Ich habe das Blatt zwar im Garten getöpfert, es aber anschließend zum Trocknen in mein kühles Atelier gebracht. Am besten deckt ihr euer Stück lose mit einer Plastikfolie ab.

Den Blattabdruck glasieren

Anleitung zum Töpfern und Glasieren eines handgetöpferten Blattabdrucks aus Ton mit Zucchiniblättern aus dem Garten

Gleich vorweg: ich habe schon viel ordentlichere Ergebnisse mit der Technik erzielt, das Muster zunächst mit Keramikfarbe zu betonen und dann abzuwischen. Da ein Zucchiniblatt aber eine sehr raue Oberfläche und ganz viele kleine Härchen hat, war die Oberfläche des Tons auch recht grob. Dadurch hat sich die Keramikfarbe in jede Pore gesetzt und ließ sich kaum abwischen. Ich bin aber dennoch mit dem Ergebnis zufrieden, allein schon wegen der imposanten Größe.

Anleitung zum Töpfern und Glasieren eines handgetöpferten Blattabdrucks aus Ton mit Zucchiniblättern aus dem Garten

Hier seht ihr meine Glasurproben für die Blattschale und wie deutlich das Muster bei einem Stempelabdruck zu erkennen ist. Oben habe ich Larimar verwendet, links seht ihr Gletscher und darunter Bergsee (alle von Botz, gebrannt bei 1259 Grad).

Anleitung zum Töpfern und Glasieren eines handgetöpferten Blattabdrucks aus Ton mit Zucchiniblättern aus dem Garten

Die Technik funktioniert bei allen Oberflächen, die ein Muster haben, das ihr gerne betonen möchtet, also auch bei Stempeln, Blumenabdrücken und eingeritzten Mustern.

Ihr bemalt das geschrühte Stück zunächst mit Dekorfarbe (z.B. Unidekor von Botz). Anschließend wird die Farbe an der oberfläche mit einem Schwamm weggewischt, sodass sie nur in den Vertiefungen, also dem Muster zu sehen ist. Ich habe bei dem Zucchiniblatt wie eine Irre rumgewischt, aber die Farbe hing wie gesagt in jeder Pore.

Anschließend glasiert ihr wie gewohnt über das Muster (2-3 Schichten bei einer Flüssigglasur).

So wird das Muster schön sichtbar

  • Achtet schon beim Töpfern darauf, dass das Muster schön tief ist
  • Unidekor gibt es in verschiedenen Farben, Schwarz bringt einen tollen Kontrast. Die Unidekorfarben sind bei 1000-1250 Grad brennbar.
  • Verwendet eine halbtransparente Glasur, die das Muster nicht überdeckt und schön hineinläuft (von Botz sind das z.B. die Glasuren PRO im Hochbrand oder Glasuren, die als habtransparent gekennzeichnet sind)
  • Wischt die überschüssige Farbe so gut wie möglich ab

Ich hoffe, ihr habt jetzt Lust bekommen, in den letzten Sommertagen auch noch einen Blattabdruck zu töpfern! Ich finde es gibt nichts schöneres, als mit und in er Natur zu töpfern, oder?

Alles Liebe! Katharina

4 Kommentare

  1. Hi Katharina 🙂
    vielen lieben Dank, dass du deine tolle Arbeit immer mit uns teilst. Gefällt mir wahnsinnig gut, auch, dass du deine einzelnen Schritte immer mit Foto dokumentierst 🙂
    An so eine Schale mit Blattabdruck habe ich auch immer gedacht, und vielleicht werde ich mir ein Blatt von meiner Nachbarin stibitzen 😀
    Aber sag mal, ich dachte immer man muss das Blatt mit der “hinteren” Seite in den Ton drücken. Oder ist das egal?
    Ganz ganz liebe Grüße
    Verena

    1. Hallo Verena,

      normalerweise würde man die Rückseite eines Blattes verwenden, da hast du Recht! Da das Zucchiniblatt aber so viel Struktur auf der Rückseite hat, habe ich die Vorderseite benutzt. Das Blatt habe ich so gut auf den Ton gedrückt, dass das Muster trotzdem super zu sehen war! Die Blattadern haben sich auch toll abgezeichnet 🙂

      Liebe Grüße

      Katharina

  2. Liebe Katharina,

    bin gerade über deinen Blog gestolpert – wie WUNDERSCHÖN ist denn diese Blattschale. WOW – ein absolut bezauberndes Werk, bin sooo begeistert! Tolle Arbeit!

    Viele liebe Grüße vom Niederrhein sende ich Dir,
    LONI

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