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Welcher Töpferofen ist der Richtige für dich?

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Nabertherm

Wenn einen das Töpferfieber gepackt hat, kommt man irgendwann an den Punkt, wo man gerne einen eigenen Töpferofen hätte. Mit einem eigenen Brennofen ist man flexibler, kann mehr ausprobieren und das Handwerk noch intensiver lernen. Lohnt sich ein eigener Ofen überhaupt und wenn ja: Wie finde ich den richtigen Töpferofen für mich?

Du willst einen eigenen Töpferofen und weißt nicht welchen? Hier findest du Tipps für den Kauf eines Brennofens von Nabertherm

Ich habe zwei unterschiedliche Öfen von Nabertherm und kann euch deshalb Tipps aus meiner Erfahrung heraus geben. Für eine tiefere Beratung, vor allem was die verschiedenen Hersteller angeht, solltet ihr euren Fachhändler vor Ort aufsuchen. Es gibt aber ein paar Grundsätzliche Überlegungen, die ihr bei der Auswahl eines Ofens einbeziehen solltet!

Meine Tipps beziehen sich nur auf elektrische Öfen mit und ohne Starkstrom, weil sie am einfachsten zu bedienen sind. Holzbrandöfen und Gasbrenner sind anspruchsvoller und deshalb eher was für Fortgeschrittene würde ich sagen.

Wofür brauche ich den Töpferofen?

Eine ganz simple Frage, die bei einer teuren Anschaffung aber auch Richtung Zukunft gedacht werden sollte, weil so ein Ofen auch locker 40 Jahre oder älter werden kann!

Vielleicht seid ihr jetzt noch Anfänger und töpfert nur kleine Stücke, aber ihr werdet euch sicher bald auch an große Projekte trauen! Stellt ihr eher Gebrauchsgegenstände wie Tassen und Schalen her oder lasst ihr eurer Kreativität freien Lauf bei Skulpturen oder Gartenkeramik? Töpfert ihr momentan ohne Scheibe, wollt euch aber irgendwann an die Töpferscheibe wagen? Mit einer Töpferscheibe wird die Produktivität rasant steigen und ihr werdet viel mehr brennen wollen!

Eine wichtige Frage ist letztendlich auch, wie viel ihr töpfert und was ihr mit den getöpferten Schätzen vorhabt. Wenn ihr nur nur ein bis Mal im Monat zum Töpfern kommt, braucht ihr vermutlich keinen eigenen Ofen, sondern seid mit einem Brennservice gut beraten, den Töpferstudios und Keramikfachhändler anbieten. Wenn ihr regelmäßig töpfert und wisst, dass ihr “euer Hobby” endlich gefunden habt, dann ist ein kleiner Ofen ausreichend. Soll es ein Hobby bleiben oder habt ihr die Vision, irgendwann euer eigenes Studio zu eröffnen und damit Geld zu verdienen? Dann würde ich euch gleich empfehlen, einen größeren Ofen ab 100 Litern zu kaufen, sonst müsst ihr später wieder investieren.

Schätzt also vor dem Kauf eines Töpferofens ganz realistisch ein, wie oft ihr töpfert und welche Richtung ihr gehen möchtet!

Töpfer Studio Einrichtung mit Regalen aus Holz

Töpfern macht süchtig und die Regale füllen sich sehr schnell, wenn ich erstmal loslege :). Ein großer Ofen lohnt sich aber nur, wenn man wirklich viel töpfert!

Einen gebrauchten Töpferofen kaufen?

Es hängt natürlich grundsätzlich vom Angebot ab, ob ein gebrauchter oder neuer Ofen sinnvoll ist. Momentan findet man leider nur sehr wenige gebrauchte Öfen auf dem Markt, weil die Nachfrage so groß ist. Wenn ihr dennoch ein interessantes Angebot findet, sind hier ein paar Punkte, die ihr abfragen könnt:

  • Wie alt ist der Ofen?

Mein großer Nabertherm Ofen ist von 1979, läuft aber tadellos! Man kann fast alle Teile eines Ofens austauschen, sodass ein Brennofen wirklich viele Jahre alt werden kann. Bei Nabertherm hatte ich einen super kompetenten Ansprechpartner, als es um die Reparatur meines Ofens ging! Allerdings solltet ihr einkalkulieren, dass eine Reparatur recht kostspielig werden kann. Ich hatte zum Beispiel eine manuelle Steuerung am Ofen, bei der ein kleines Teil kaputt ging. Da der Ofen so alt ist, wurde das Teil nicht mehr hergestellt und ich musste eine elektronische Steuerung einbauen lassen, was etwa 1000 Euro gekostet hat. Dennoch eine gute Investition!

  • In welchem Zustand ist die Brennkammer?

Kleine Risse in den Steinen sind normal, aber ihr solltet einen gebrauchten Ofen daraufhin untersuchen, ob Steine lose sind. Auch der Zustand der Brennstäbe ist entscheidend! Sehen die Stäbe abgenutzt aus oder sind sie sogar gebrochen? Fragt den Verkäufer auch, was er oder sie am häufigsten gebrannt hat in dem Ofen (Steingut oder Steinzeug). Der Ofen verschleißt schneller, wenn er sehr heiß gebrannt wird. Wie heiß kann der Ofen (noch) brennen? Mit zunehmender Lebensdauer verringert sich die Leistung, sodass es ein gebrauchter Ofen vielleicht gar nicht mehr auf 1250 Grad packt, wenn ihr Hoch brennen wollt.

  • In welchem Zustand ist das Gehäuse?

Ein paar kleine Dellen oder etwas Flugrost sind nicht tragisch. Fragt aber nach, wo der Ofen stand und achtet auf große Roststellen.

Du willst einen eigenen Töpferofen und weißt nicht welchen? Hier findest du Tipps für den Kauf eines Brennofens von Nabertherm

So sieht mein Nabertherm Ofen von 1979 innen aus. Ein paar abgeplatzte Stellen an den Steinen, aber die Brennelemente wurden vor drei Jahren komplett ausgetauscht. Durch die neuen Brennstäbe und Dank der neuen, elektronischen Steuerung wird der Ofen noch mindestens 10 oder sogar 20 Jahre durchhalten – die Investition hat sich also gelohnt (bei einem recht günstigen Anschaffungspreis).

Ihr seht, man braucht schon ein wenig Glück, Geduld und Sachverstand, um einen guten, gebrauchten Ofen zu finden. Ein neuer Ofen ist da natürlich einfacher zu bekommen :)!

Es gibt so viele Modelle – welcher Töpferofen ist genau richtig für mich?

Tipps zum Kauf eines eigenen Töpferofens Toplader Top 60 von Nabertherm für Hobby Töpfer

Ein Töpferofen ist natürlich immer auch eine Kostenfrage! Trotzdem solltet ihr eure Wahl nicht nur vom Preis abhängig machen, und das meine ich in beide Richtungen! Ein ganz kleiner, günstigerer Ofen wird euren Ansprüchen vielleicht genauso wenig gerecht wie ein zu großer Ofen! Ich spreche da wirklich aus Erfahrung, da ich unglaublich viel töpfern muss, bis mein 160 L Kammerofen voll ist! Mehr als alle sechs Wochen kann ich keinen Schrühbrand machen, da ich natürlich den Ofen nur voll beladen anmache.

Was kann man sich unter den Angaben in Litern vorstellen?

Ich persönlich finde die Angaben in Litern ziemlich abstrakt (das Problem kennt jeder, der schon mal einen Trekkingrucksack gekauft hat :P)). Auf dem Foto oben seht ihr, wieviel in meinen 160 L Kammerofen passt – eine ganze Menge, oder? Jetzt zeige ich euch auch noch, was alles in den Top 60 Töpferofen von Nabertherm hineinpasst!

Tipps zum Kauf eines eigenen Töpferofens als Hobby Töpfer Toplader Top 60 von Nabertherm

Das habe ich alles in einen Schrühbrand hineinbekommen. Damit ihr euch die Größe der Stücke vorstellen könnt: es handelt sich um mini Vasen (ca. 12 cm hoch) und kleine Teebecher (ca. 6 cm hoch). Ich war beim ersten Brand überrascht, wieviel hineinpasst und finde, dass es eine ausreichende Größe ist für jemanden, der nur als Hobby töpfert und nicht für den Verkauf produziert.

Eine weitere Frage, die als erstes auftaucht: Toplader oder Kammerofen? Das ist sicher auch eine Preisfrage. Toplader sind günstiger als Kammeröfen. Ich habe ja beides zu Hause und komme mit beiden gut zurecht. Beim Toplader sieht man den Abstand zur oberen Ofenplatte nicht so gut, beim Kammerofen die Abstände zwischen den Stücken, aber daran gewöhnt man sich schnell. Das Einräumen eines Kammerofens im Stehen ist schon recht komfortabel, aber wenn man das nicht tagtäglich beruflich macht ist das zu vernachlässigen finde ich.

Starkstrom oder normaler Hausstrom? Mein großer Kammerofen läuft mit Starkstrom, wodurch die Aufheizzeit kürzer ist als bei meinem kleinen Toplader, der mit Strom aus der Steckdose betrieben wird. Für den Hobbygebrauch ist ein mit normalem Strom betriebener Ofen völlig ausreichend, vor allem, wenn man sowieso fast nur niedrig brennt.

Wer viel Steinzeug brennt und sich gleich einen großen und damit teuren Ofen kauft, sollte gleich die Variante mit Starkstrom wählen, da die Heizelemente so länger halten. Überhaupt sollte man bei der Wahl des Ofens einen Blick auf die maximale Brenntemperatur werfen, damit ihr auch Steinzeug oder sogar Porzellan brennen könnt, wenn ihr das wollt.

Die Wahl eures Ofens richtet sich außerdem nach dem Platzangebot! Wo soll der Ofen der Töpferofen stehen? Da mich schon einige Fragen über Instagram erreicht haben kommt hier die Antwort auf die häufige Frage, ob man einen Ofen auch draußen aufstellen kann, z.B. im Carport. Controller und Ofen sind nicht witterungsbeständig, sodass man den Ofen nicht draußen aufstellen kann. Ein abgeschlossener Raum (Keller, Anbau…) ist notwendig.

Welche zusätzlichen Kosten fallen an?

Hier liste ich noch ein paar Punkte auf, die (eventuell) noch zu einem Ofen hinzukommen:

  • Brennhilfsmittel: Ofenplatten, Ofenstützen, Trennmittel für die Ofenplatten
  • Untergrund: der Ofen muss auf einem feuerfesten Untergrund stehen, z.B. Betonplatten aus dem Garten oder eine Metallplattte (ich hatte noch eine Packung Steinzeug Fliesen übrig)
  • Abluft: Der Hersteller empfiehlt unbedingt die einen Zugang ins Freie für die Abluft. Ich persönlich habe das nicht, da ich nicht im Atelier bin wenn ich brenne und mehrere bodentiefe Fenster öffnen kann (das ist meine persönliche Meinung/ keine Gewähr für irgendwelche Schäden).
  • Starkstromanschluss: Für meinen großen Ofen habe ich einen Elektriker beauftragt, der unseren vorhandenen Starkstromanschluss bis ins Atelier verlängert hat (das MUSS UNBEDINGT ein Profi machen!)
  • Stromkabel: Man sollte den Ofen möglichst an die Steckdose anschließen und wenn keine in der Nähe ist, unbedingt ein richtig gutes Verlängerungskabel benutzen, das mit der Strommenge klarkommt ohne heiß zu werden. Ein gutes Verlängerungskabel kostet um die 30 Euro.
  • Transportkosten: Vor allem nicht unerheblich bei einem großen, gebraucht gekauften Ofen! Wir haben meinen Ofen mit 5 Männern selbst transportiert, das war der reinste Nervenkitzel! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwer so ein großer Kammerofen ist, dafür braucht man ein professionelles Unternehmen. Aber auch beim Neukauf eines Ofens fallen Speditionskosten an und da zahlt man für jede Treppe extra! Der kleine Nabertherm Top 60 wiegt gerade mal 72 kg, den haben mein Mann und ich zu zweit gepackt :).
  • Stromkosten: ich kann keine generelle Aussage über die Stromkosten treffen, aber ihr solltet mal ausrechnen, wieviel in etwa ein Schrühbrand usw. kostet bei eurem Stromanbieter wenn der Ofen z.B. 3,6 kw (Nabertherm Top 60) oder 18 kw (mein großer Nabertherm) verbraucht. Ich habe die Abschlagszahlung bei unseren Stadtwerken hochsetzen lassen, damit ich am Ende des Jahres nicht so viel Nachzahlen muss. Ein Brennofen braucht nun mal sehr viel Strom, aber ich wollte den Punkt auch nicht unerwähnt lassen, wenn es um Kosten geht.

WOW – ihr habt bis hierhin durchgehalten, euch ist es mit einem eigenen Töpferofen also wirklich ernst!

Ich hoffe, ich konnte euch mit ein paar grundlegenden Überlegungen weiterhelfen, was die Wahl eurer Töpferofens angeht! Schaut doch auch mal auf der Seite von Nabertherm vorbei, dort findet ihr einen Händler in eurer Nähe für einen Beratungstermin!

Lasst mir gerne Feedback hier, vielleicht kann ich noch Punkte aufnehmen oder Fragen klären!

Viel Spaß beim Töpfern! Katharina

9 Kommentare

  1. Hallo Katharina, vielen Dank, dass du deine Erfahrungen mit deinen Brennöfen teilst.
    Könntest du so etwas in der Art auch über deine Töpferscheibe machen?
    Herzliche Grüße aus Ulm
    Andrea

    1. Hallo Andrea,

      vielen Dank für dein Feedback, ich plane mal einen Artikel über die Scheibe ein :).

      Liebe Grüße

      Katharina

  2. Super Post wegen dem Ofen !! Bravo , ich habe vieles gelernt , auch wenn ich schon ein Ofen habe seit 15 Jahre
    Vielen Dank und lieber Gruß aus Dem Elsass in Frankreich 🥰🥰🥰

  3. Ist das der Top 60/L, der Top 60, oder der Top 60/R?
    Hat der einen Starkstromanschluss ?
    Vielen Dank schonmal für die Antwort 🙂

    1. Hallo Sarah,

      das ist glaub ich der Top 60 (ohne Starkstrom). Ich würde dir aber den mit Starkstrom empfehlen, wenn du die Möglichkeiten dafür hast! Er heizt dann viel schneller auf und soll etwas langlebiger sein…

      Liebe Grüße

      Katharina

  4. Genial, einfach genial, dass Du Deine Erfahrungen teilst, Danke dafür!! Bisher hab ich nicht viel rund ums Thema Töpfern gefunden und brenne (haha) geradezu danach, Dein Atelier ist ein Traum :)) Ich schliesse mich an, ein Artikel über Töpferscheiben fänd ich auch super interessant. Toller Blog <3 Liebe Grüße, Eli

  5. Hallo
    ich habe seit 8 Jahren einen Brennofen, einen Toplader der Firma Vielhaben (60 L Normalstrom) Ich habe schon zweimal die Spiralen tauschen müssen. Die Verfugungen im Deckel bröseln raus. Der Ofen braucht nun recht lange zum hochheizen, der Deckel wird sehr heiß und gelegentlich klebt ein Stück der Fugen in der Glasur. Ich brenne oft 1200° und vllt bin ich zu ungeduldig und mache den Ofenzu früh auf. Ein Versuch des Neuverfugens war nur semi optimal. Nach einigen Bränden bröselt auch das jetzt wieder raus.
    Meine Fragen:
    Bei welcher Temperatur sollte man erst öffnen? Handschuhheiß oder erst Handwarm?
    Womit könnte ich neuverfugen um die Isolierung wieder herzustellen?
    Wie oft im Monat/ Jahr brennst du und wie oft musstest du die Heizspieralen wechseln?
    Wäre toll, wenn du auch darauf antworten geben könntest.
    Liebe Grüße Daniela

    1. Hallo Daniela,

      den Ofen sollte man grundsätzlich nie über 100 Grad öffnen (am besten noch länger warten), so wird die Lebensdauer deutlich erhöht. Zum Thema Ofen Reparatur kann ich dir leider überhaupt nichts sagen, damit habe ich keine Erfahrung. Ich musste auch meine Heizspiralen noch nie tauschen.

      Liebe Grüße

      Katharina

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