Sonntags im Wald (kleine Pilzkunde)

Für uns heißt es im Herbst jeden Sonntag „ab in die Pilze“ und wir machen uns mit Sack und Pack auf den Weg in den Wald! Um dem feuchten Wetter im August auch mal etwas Positives abzuringen: Die Pilze schießen gerade – na, ja, eben wie Pilze aus dem Boden! Bei schönstem Spätsommerwetter sind wir heute losgezogen, haben ein kleines Picknick auf einer sonnigen Lichtung gemacht und sind mit reicher Beute nach Hause gekehrt!

Auf Pilzsuche im herbstlichen Wald und ein Rezept zum Einlegen von Pilzen

Inzwischen kennen wir uns mit einigen Pilzarten recht gut aus und haben schon unsere geheimen Plätze mit Steinpilzgarantie. Wenn Ihr auch gerne mal losziehen wollt, dann am Besten nicht Sonntags, da sind unheimlich viele erfahrene Pilzsammler unterwegs und oft ist das Beste schon weg (oder Ihr steht wie wir mit den Hühnern auf, dann hat man noch eine Chance).

Auf Pilzsuche im herbstlichen Wald und ein Rezept zum Einlegen von Pilzen

Eine kleine Auswahl (von links nach rechts im Uhrzeigersinn):

Steinpilze: Braune Kappe mit Röhren und weißer, dicker Stiel. Zum Geschmack muss ich ja nicht viel sagen, oder? 🙂 Eindeutige Merkmale: genetzter Stiel mit weiss-braunem Netz. Die Röhren färben sich im „alter“ von weiss nach grün (im Gegensatz zum Bitterling, diese werden eher rosa/orange). Wird beim anschneiden nicht blau.

Semmelstoppelpilze: Unter dem orange-gelben Hut befinden sich kleine Stoppeln, die vor dem Kochen mit einem Messer weggekratzt werden müssen. Eine nette Alternative, wenn man keine Pfifferlinge gefunden hat.

Maronen: Röhrenpilz mit dunkelbrauner Kappe und braunem Stiel (sollte der Stamm nicht braun, sondern rötlich sein, ist es ein Rotfußröhrling, der ebenfalls essbar ist). Kann man sammeln, muss man aber nicht unbedingt, da der Pilz in der Pfanne für meinen Geschmack etwas zu schlabberig wird.

Hexenpilz: Klingt gruselig, ist aber super lecker! Man erkennt den Röhrenpilz daran, dass er sich Tintenblau verfärbt, wenn man ihn anschneidet. Diesen Pilz kann man super braten, da er recht fest bleibt. Aber Vorsicht: der Hexenpilz kann auch mit dem giftigen Satansröhrling verwechselt werden, das Sammeln ist also nur was für die Profis unter Euch!

Pfifferlinge: Die Lamellen des Pfifferlings gabeln sich mehrmals und laufen am Stiel hinunter. Der Stiel ist dickfleischig und der Geruch erinnert an Pfeffer (daher der Name). Ich selbst habe den Pfifferling schon oft verwechselt mit dem falschen Pfifferling, bei dem sich die Lamellen gleichmäßig gabeln (beim Pfifferling ungleichmäßig).

Krause GluckeWenn Ihr denkt, jemand hätte einen Naturschwamm in den Wald geworfen, seid Ihr richtig! Die Krause Glucke wächst immer dicht am Stamm von Kiefern. In Scheiben geschnitten und in der Pfanne gebraten schmeckt sie am besten!

Achtung: Natürlich kann ich als Laie keine Gewähr für meine Angaben geben! Wir haben die ersten Jahre unsere Funde immer von einem Pilzsachverständigen prüfen lassen und so Routine bekommen! Anfänger sollten auf jeden Fall eine Pilzwanderung mitmachen, da lernt man unheimlich viel! Als Nachschlagewerk empfehle ich Euch das Buch „Grundkurs Pilzbestimmung“ von Rita Lüder.

Auf Pilzsuche im herbstlichen Wald und ein Rezept zum Einlegen von Pilzen

Wir haben sonst immer alle Pilze gleich gegessen oder im Dörrautomaten getrocknet. Letztens habe ich mal ausprobiert, die Pilze in Öl einzulegen, das schmeckt auch sehr lecker!

Auf Pilzsuche im herbstlichen Wald und ein Rezept zum Einlegen von Pilzen

Eingelegte Waldpilze

  • gemischte Waldpilze
  • eine Zwiebel
  • eine Knoblauchzehe
  • je ein Zweig Rosmarin und Thymian
  • Salz und Pfeffer
  • reichlich Olivenöl

Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden. Zwiebel und Knoblauch würfeln und alles zusammen mit den Kräutern in Olivenöl anbraten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. In Gläser füllen und mit Olivenöl bedecken. Hält sich im Kühlschrank etwa eine Woche.

Schmeckt super auf gebackenem Weißbrot mit etwas Parmesan oder als Antipasti.

Auf Pilzsuche im herbstlichen Wald und ein Rezept zum Einlegen von Pilzen

Ich hoffe, ich habe Euch ein Lust auf´s Pilzsammeln gemacht! Aber bitte passt auf Euch auf und sammelt nur, wenn Ihr Euch wirklich sicher seid, ich will ja keinen von Euch auf dem Gewissen haben :).

Einen schönen Sonntagabend für Euch! Katharina

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12 Gedanken zu “Sonntags im Wald (kleine Pilzkunde)

  1. Deine Pilze sehen so lecker aus, aber ich bekomme es immer mit der Angst zu tun, wenn mein Mann anfängt Pilze zu sammeln. Ich selbst kenne mich nämlich gar nicht aus und wie sagt man so schön? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser ;-))
    Ich hoffe wir lesen auch morgen noch von dir.
    Schöne Grüße
    Jutta

    • Hallo Jutta,

      tadaaa – ich lebe noch :)! Ich würde niemals Pilze sammeln, bei denen ich mir nicht sicher bin, ich habe ja schließlich Mann und Kinder zu Hause 😉

      Liebe Grüße

      Katharina

  2. Wir sind jetzt auch jede Woche auf Pilzjagt (meist Donnerstag oder Freitag). Ich habe ein wirklich sehr leckeres Pilzrezept ausprobiert, dass ich dir sehr guten Gewissens weiterempfehlen kann: gebackene Süßkartoffeln mit Waldpilzfüllung. Die Pilze sind mit Ahornsirup und Balsamicoessig abgeschmeckt. Mhhhhh da läuft mir das Wasser schon wieder im Munde zusammen. Das Rezept findest du in der aktuellen Brigitte und bei mir auf dem Blog…Ich freue mich auch darüber, zu erfahren, was du so mit den vielen Pilzen machst – ich bin immer auf der Suche nach neuen leckeren Rezepten! Viele Grüße und schöne Woche, Kukla

  3. Oh ja, Pilze aus dem Wald sind soooooo lecker!
    Wir essen sie mit Rührei oder mit Sahnesoße.
    Wirklich schade, dass so wenig Leute Pilze mögen!
    Die Fotos sehen zum Anbeißen aus!!! ♥

  4. Tolle Bilder, tolles Wissen! Ich bewundere alle, die sich mit Pilzen so gut auskennen. Pilze in allen Variationen auf dem Teller – herrlich -, aber fürs Selbersammeln bin ich eine zu große Schietbüx, sollte wohl mal so eine Führung mitmachen… irgendwann! Dein Rezept wird mit gekauften ausprobiert 😉
    Viele liebe Grüße aus dem Norden, Ulli

    • Probier es einfach aus.

      Ich sammle auch nur, was ich absolut sicher bestimmen kann und das ist bei meinen wenigen Pilzen, die ich kenne, gar nicht so schwer.

      Ich selbst gehe erst seit drei Jahren „zuverlässig“ auf die „Jagd“. Am Anfang mit meinem Bruder und seiner Frau, die haben viel Ahnung und später halt alleine.

      Wichtig ist, da wiederhole ich mich gerne, nur mitnehmen, was Du wirklich kennst, im Zweifel immer Pilzberatung. Und auch mal eine Wanderung mitmachen.

      Es lohnt sich. Viel Spaß dabei.

  5. Ui, das ist mal wieder ein Thema für mich. 🙂

    Wir sammeln meist Steinpilze, Maronenröhrlinge (beim Putzen entferne ich immer die Röhren. Es ist zwar dann weniger dran am Pilz aber wenn sie z.B. in die Pfanne kommen wird es nicht so schleimig), Hexenröhrlinge und Rotfußröhrlinge.
    Wenn mal kein schönes Gericht mit ihnen gemacht wird, werden sie geputzt und in Scheiben geschnitten zum Trocknen. Dazu entweder auf eine Schnur fädeln und hinhängen oder auf Zewa gelegt z.B. auf die Heizung oder halt bei wenig Hitze im Ofen. Wenn sie schön trocken sind werden sie gemahlen. Das Pulver dann in ein luftdicht verschließbares Gefäß und am besten dunkel lagern (bzw. eine Keramikdose ist ja eigentlich nicht durchsichtig oder das schönes Glas kann vorher bemalt werden).
    Das Pilzpulver ist perfekt um Soßen oder Suppen zu verfeinern, weil es sehr intensiv vom Aroma ist und man nicht viel braucht.

    Die Krause Glucke ist manchmal so aufwendig zu putzen. Da muss ich wirklich Lust drauf haben, sonst lasse ich sie stehen und ein anderer Finder freut sich. Obwohl es wirklich ein sehr leckerer Pilz ist!

    Gestern haben ein paar schöne Exemplare vom Parasolpilz das erste mal auf den Grill geworfen. Dazu wurden die Schirme vorher mit Knoblauchöl bepinselt, war auch sehr lecker. Sonst kommen die eher paniert oder unpaniert in die Pfanne und werden in etwas Butter gebraten.

    Ich wünsche noch eine schöne Woche und weiterhin viel Spaß beim Pilze sammeln… Jaja, der Herbst ist im Anmarsch. Aber ich persönlich habe nichts dagegen. 🙂
    Viele Grüße

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